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Am 26. November 2013 veröffentlichten der Filmemacher Helmut Herbst zusammen mit den Filmhistorikern Jeanpaul Goergen und Klaus Kreimeier auf change.org einen Aufruf zur Sicherung des Filmerbes, der bis zum November 2014 von mehr als 5500 Persönlichkeiten unterzeichnet worden ist. Das Petitionsverfahren ist abgeschlossen.

Am 6. Oktober 2016 richtete die Initiative "Filmerbe in Gefahr" einen Aufruf an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags, der die Politiker der Großen Koalition auffordert, die im Koalitionsvertrag von November 2013 vereinbarten Maßnahmen zur Digitalisierung des Filmerbes endlich umzusetzen.

Diese Website soll weiterhin auf den akuten Notstand in unseren Filmarchiven aufmerksam machen und die politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern bewegen, sich deutlich stärker als bisher für die dauerhafte Bewahrung des vom Verfall bedrohten filmischen Kulturerbes einzusetzen. Mehr …

Das NRW-Filmerbe

Ergebnisse des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung"

5. Mai 2017. – Als ein wichtiges Ergebnis des Symposiums "Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung" am 26. und 27. April 2017 in Köln hält Marcus Seibert fest, dass der erste Schritt zur Sicherung des Filmerbes in NRW eine Erhebung dessen sein müsse, welche Filme wo und in welchem Zustand vorhanden sind. Manche Filmschaffende schreckten vor der Archivierung ihres eigenen Schaffens zurück, andere seien zu sehr mit ihren aktuellen Projekten beschäftigt. Schon jetzt gelten viele Filme als verschollen. Viele andere seien weder sichtbar noch überhaupt erfasst. „Nur von einem möglichst vollständigen und breiten Erhebungsstand ausgehend kann die möglichst flächendeckende Sicherung des Filmerbes – sei es in NRW, sei es in den anderen Bundesländern – erfolgen und so der anfangs konstatierten Dezentralität der deutschen Filmgeschichte Rechnung getragen werden.“


Ergebnisse des Symposiums „Das NRW-Filmerbe: Archivierung, Digitalisierunund Veröffentlichung“
[2017/05/05]

"Unschätzbarer Beitrag zur Errettung des Filmerbes"

Binding-Kulturpreis 2017 für Kinothek Asta Nielsen

21. April 2017. – Der Binding-Kulturpreis 2017 geht an den Verein Kinothek Asta Nielsen. Seine Mitbegründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann erhalten den mit 50.000 Euro dotierten Kunstpreis. Mit ihren Aktivitäten leiste die Kinothek Asta Nielsen einen unschätzbaren Beitrag zur Errettung des Filmerbes, so die Jurybegründung. „Mit der Kinothek Asta Nielsen hat sich das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung für einen Frankfurter Verein entschieden, der seit seiner Gründung im Jahr 1999 daran arbeitet, die Filmgeschichte in ihrer Vielfalt zugänglich zu machen, zugänglich zu halten, zu präsentieren und zu feiern. Mit geringen Mitteln und erheblichem Einsatz rettet er ein Stück Filmgeschichte, der im Mainstream der Geschichtsschreibung und Restaurierungsbemühungen verloren zu gehen droht. In allererster Linie sind das Filme von Frauen. Filme jenseits des Kanons. Filme aus der Anfangszeit des Kinos. Experimentelle Filme. Die Kinothek Asta Nielsen hat eine eigene Sammlung von Super 8- und 16mm-Filmen aufgebaut. In Fragen des Filmerbes sind die Mitgründerinnen Karola Gramann und Heide Schlüpmann europaweit gefragte Expertinnen.“

Seit 1996, dem Jahr des 125-jährigen Jubiläums der Binding-Brauerei, würdigt die Binding-Kulturstiftung alljährlich Kulturschaffende aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Die feierliche Vergabe des Binding-Kulturpreises 2017 findet am 2. September im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.


Zur Website des Vereins
[2017/04/21]

BKM begründet die ungleiche Erhöhung der Digitalisierungsgelder

Besonderer Förderschwerpunkt: Dokumentarfilme ohne Kinoqualität

15. April 2017. – Wie die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) am 13. April auf eine Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Harald Petzold (DIE LINKE) mitteilte, will sie mit der Vergabe einer weiteren Million Euro an Digitalisierungsmittel „besondere Schwerpunkte“ setzen. Mit den zusätzlichen Geldern sollen das Bundesarchiv, die Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut – DIF „Dokumentarfilmmaterial digitalisieren [...], das keine Kinofilmqualität aufweist, aber gedenkpolitisch bzw. zeitgeschichtlich relevant ist.“

Die BKM verweist darauf, dass die DEFA-Stiftung und die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung wie bisher die auswertungsorientiere Digitalisierungsförderung der Filmförderungsanstalt (FAA) in Anspruch nehmen können. Die Digitalisierungsförderung der FAA beinhaltet allerdings nur einen Zuschuss von maximal 15.000 Euro; der Antragsteller muss einen Eigenanteil von mindestens 20 Prozent vorweisen. Außerdem muss er ein „plausibles und detailliertes Auswertungskonzept“ vorgelegen, das für historische Filme jenseits der Klassiker nur schwer zu erbringen sein dürfte.



[2017/04/15]

DEFA-Stiftung protestiert gegen neue Aufteilung der BKM-Digitalisierungsgelder

Zuwendungen für die DEFA-Stiftung nicht erhöht – "Zwietracht und Neid" befürchtet

7. April 2017. – In einem Schreiben an die ostdeutschen Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag vom 4. April 2017, dessen Wortlaut der Initiative „Filmerbe in Gefahr“ vorliegt, beklagt sich der Vorstand der DEFA-Stiftung, Ralf Schenk, über den neuen Verteilungsschlüssel, den die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) bei der Ausschüttung der Mittel für die Digitalisierung des deutschen Filmerbes vor kurzen bekanntgegeben hat.

Wie berichtet, sollen von der für 2017 vorgesehenen Summe von zwei Millionen Euro die Stiftung Deutsche Kinemathek (SDK) und das Deutsche Filminstitut – DIF jeweils bis zu 550.000 Euro und das Bundesarchiv bis zu 400.000 Euro erhalten. Die Ausschüttung für Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung und DEFA-Stiftung stagniert bei 250.000 Euro. In den Vorjahren wurden die Mittel von insgesamt einer Million Euro zu gleichen Teilen von jeweils 250.000 Euro den vier Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Im Namen der DEFA-Stiftung protestiert Schenk dagegen, dass diese paritätische Aufteilung aufgegeben wurde; sie werde den Leistungen der Stiftung bei der Bewahrung des ostdeutschen Filmerbes nicht gerecht. Er sei enttäuscht und erschüttert; diese Entscheidung, so befürchtet er, werde "Zwietracht und Neid" unter den Mitglieder des Kinematheksverbund auslösen.

Die DEFA-Stiftung verfügt über die Nutzungsrechte am DEFA-Filmstock. In ihrer Funktion als Rechteinhaber kann sie, anders als die Filmarchive, auch Gelder für die Digitalisierung bei der Filmförderungsanstalt des Bundes (FFA) und anderen Fördereinrichtungen wie der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH beantragen.

Nach wie vor ist zu bedauern und zu kritisieren, dass die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien aus den Kriterien für ihre Vergabepolitik offenbar ein Staatsgeheimnis macht.



[2017/04/08]

Zwei Millionen Euro für die Digitalisierung des Filmerbes

BKM verdoppelt Digitalisierungsförderung für 2017 – Weiterhin offene Fragen

3. April 2017. – Die Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) Monika Grütters bekräftigt ihr Vorhaben, die Digitalisierung des Filmerbes im Jahr 2017 mit zwei Millionen Euro zu fördern. Das bedeutet eine Verdopplung der Digitalisierungsförderung. Damit, so Grütters, sei "ein weiterer Schritt geschafft, den finanziellen Anteil an einem gemeinsamen Digitalisierungskonzept mit den Ländern und der Filmwirtschaft zu erbringen."

Grütters fordert die Länder erneut auf, sich "politisch klar zu der gemeinsamen Strategie" zu bekennen. Wie diese gemeinsame Strategie aussieht, wird aber nicht angegeben.

Grütters plant offenbar, "ab nächstem Jahr die dringend notwendige Digitalisierung mit gemeinsamen Kräften und deutlich erhöhten Finanzmitteln" voranzubringen, vorausgesetzt, die Länder und die Filmwirtschaft beteiligen sich finanziell: "Die Länder und die Filmwirtschaft tragen eine originäre Verantwortung für die Sicherung unseres kulturellen Filmerbes und sind als Partner unverzichtbar, um diese große Herausforderung zu meistern."

Zum ersten Mal teilt das BKM auch mit, welche Filmerbe-Einrichtungen Digitalisierungsgelder erhalten. Erstmals wird das Bundesarchiv mit Mittel "in Höhe von bis zu 400.000 Euro" bedacht. Projektförderungen in Höhe von jeweils bis zu 550.000 Euro erhalten die Stiftung Deutsche Kinemathek und das Deutsche Filminstitut e.V. Wie in den vergangenen Jahren erhalten die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und die DEFA-Stiftung erneut Digitalisierungsmittel in Höhe von jeweils bis zu 250.000 Euro. Unklar ist aber weiterhin, warum nur ausgewählte Archive und Stiftungen antragsberechtigt sind und Digitalisierungsgelder erhalten und wer nach welchen Kritierien über die Anträge entscheidet.


Zur Pressemitteilung vom 3.4.2017 der Staatsministerin für Kultur und Medien
[2017/04/03]

Das NRW-Filmerbe – Archivierung, Digitalisierung und Veröffentlichung

dfi-Symposium vom 26. bis 27. April 2017 im Filmforum NRW, Köln

28. März 2017. – Mit einem Symposium will die dfi - Dokumentarfilminitiative im Filmbüro NW in die aktuelle Diskussion um das deutsche Filmerbe eingreifen und neue bzw. ergänzende Perspektiven vorstellen. Vor dem Hintergrund eines eventuell zustande kommenden Bund-Länder-Programms zur Digitalisierung des Filmerbes sollen zum einen die Perspektive und die Anliegen der Filmemacher und Filmemacherinnen in die Diskussion eingebracht werden, zum anderen aber auch die Regionalität des Filmerbes behandelt werden.

Derzeit wird ein erstes Sample von Dokumentar- und Experimentalfilmen durch einen Online-Fragebogen erhoben, das einen Teil des NRW-Filmerbes ausmachen könnte und das zeigen kann, welcher Digitalisierungs- und Sanierungsbedarf im Einzelnen besteht.

Eine Bestandsaufnahme führt bereits vorhandene Förder- und Kooperationsmöglichkeiten auf, mit deren Hilfe analog gedrehte und vertriebene Werke digitalisiert und damit in der Öffentlichkeit wieder sichtbar gemacht werden können.

Das Symposium wendet sich an die Filmbranche in NRW und in anderen Bundesländern, an die Verbände der Filmschaffenden, an die Kultur- und Medienpolitiker und Kulturförderer auf föderaler Ebene sowie an die Verantwortlichen in einschlägigen Archiven und Stiftungen.

Filmforum NRW, Köln, 26. April (11.00 – 22.00 Uhr) und 27. April (10.00 – 16.00 Uhr). Der Eintritt ist … [more…]
Tagungsprogramm
[2017/03/28]

Vernichtung nicht archivwürdiger Filme. Neue Anweisung des Bundesarchiv

Archivische Behandlung von Nitro-Filmen

27. März 2017. – Eine neue Anweisung des Bundesarchivs für die archivarische Tätigkeit im Bereich Filmarchiv vom 8. November 2016 sieht vor, dass die im Bundesarchiv verwahrten Filme auf Nitrozellulosebasis ebenso wie entsprechende Neuzugänge so zügig wie möglich zu bewerten sind. Archivwürdige Nitrofilme sollen zeitnah gesichert werden.

Filme, die nicht archivwürdig sind oder sich bereits in Zersetzung befinden, sind umgehend zu vernichten.

Weiter heißt es in der Anweisung: „Von der Vernichtung nicht archivwürdiger Filme ist bis auf Weiteres abzusehen, wenn diese sich nicht im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland bzw. in der Verfügungsgewalt des Bundesarchivs befinden. In diesen Fällen ist innerhalb von sechs Monaten die Zustimmung des Eigentümers zu der Vernichtung herbeizuführen. Gibt der Eigentümer seine Zustimmung nicht, muss er die Nitrofilme unter Übernahme aller rechtlichen Verpflichtungen innerhalb von drei Monaten zurücknehmen; andernfalls wird das Material durch das Bundesarchiv der Vernichtung zugeführt."

Nitrofilme, die sich bereits in Zersetzung befinden, sind „in jedem Fall unverzüglich zu vernichten; die Eigentümer sind hierüber lediglich in Kenntnis zu setzen. Ausnahmen sind nicht zulässig.“


Interne Anweisung für die archivarische Tätigkeit des Bundesarchivs
[2017/03/27]

Kopierwerk des Bundesarchivs in Hoppegarten: Einbau der Scanstrecke verzögert sich

Analoges Kopierwerk in Koblenz seit Februar geschlossen

24. März 2017. Seit Februar 2017 ist das analoge Kopierwerk des Bundesarchivs in Koblenz geschlossen. Wie die Pressestelle des Bundesarchivs mitteilt, wird derzeit die Einrichtung einer Scanstrecke vorbereitet. Da sie an die Stelle des analogen Kopierwerks tritt, kann die geplante Anschlussnutzung durch Vermietung an Dritte nicht realisiert werden. Was mit den Geräten passiert, wird unter Berücksichtigung der haushaltsrechtlichen Bestimmungen geprüft.

Das verbleibende analoge Kopierwerk in Hoppegarten soll erst dann geschlossen werden, wenn die technischen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Scanstrecke gegeben sind. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Das Bundesarchiv verfügt in Hoppegarten noch nicht über das erforderliche Speichersystem, das die bei der Digitalisierung anfallenden Daten in Echtzeit verarbeiten könnte.

Wie die Pressestelle des Bundesarchivs ergänzend mitteilt, wird tatsächlich an beiden Standorten des Filmarchis jeweils eine zeitgemäße Ausrüstung für die digitale Filmsicherung etabliert. (JpG)



[2017/03/24]

Bewahrung des Filmerbes

Forderung der SPIO zur Bundestagswahl 2017

23. März 2017. – In einem zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog wendet sich die deutsche Filmwirtschaft anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl an die Öffentlichkeit. Darin fordert sie auch verstärkte Anstrengungen des Bundes bei der Bewahrung des Filmerbes, insbesondere eine spürbare Erhöhung der Bundesmittel. Wörtlich heißt es:

"Das deutsche Filmerbe ist akut vom Zerfall bedroht und muss dringend restauriert und archiviert werden. Experten beziffern die Gesamtkosten zur Erhaltung der analogen Filmwerke auf mindestens 100 Millionen Euro. Jetzt bedarf es des politischen Willens, diese Aufgabe als kulturpolitische Notwendigkeit anzuerkennen und über das ebenfalls gebotene Engagement der Länder hinaus die jährlichen Fördermittel des Bundes spürbar zu erhöhen."

Zur Bewahrung und Vermittlung des Filmerbes gehört aber auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur, den die SPIO ebenso fordert wie eine strategische Industrieförderung der Kreativwirtschaft, die vor allem im Dokumentarfilmbereich häufig auf die Bestände der Filmarchive zurückgreift.


Zehn Forderungen der Filmwirtschaft zur Bundestagswahl
[2017/03/23]

Freistaat Sachsen: Sicherung des audiovisuellen Erbes

Modellprojekt zu sorbischen Filmdokumenten

18. März 2017. – Rund 47.600 Stunden auf Film und Video sowie Tondokumente mit einer Gesamtlänge von etwa 48.000 Stunden lagern in den Archiven staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, bei Produktionsfirmen und TV-Sendern im Freistaat Sachsen. Für die Sicherung und Bewahrung dieses audiovisuellen Erbes entwickelt das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Filmverband Sachsen derzeit ein Konzept.

In einem ersten Schritt wurden in einem Modellprojekt zehn sorbische Filmdokumente in verschiedenster Technik – schwarz-weiß und farbig, stumm und vertont, von 8mm, 16mm, 35mm und Betacam – rekonstruiert und digitalisiert. Kostenpunkt: rund 20.000 Euro. Beteiligt waren der Filmverband Sachsen, die Stiftung für das sorbische Volk, das Sorbische Institut, die DEFA-Stiftung, das Bundesarchiv und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB).

Der Auftrag zur Sicherung der Film- und Tondokumente ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hierfür stehen bis 2018 jährlich 350.000 Euro bereit. Die Erfahrungen aus diesem Testlauf sollen bis Ende des Jahres in ein Konzept zum weiteren Vorgehen münden.

Der Freistaat Sachsen beteiligt sich auch an der gemeinsamen Initiave von Bund, Länderm und Filmwirtschaft zur Sicherung des nationalen Filmerbes, in der es um ein 10-Jahres-Programm mit einem … [more…]
Zur Pressemitteilung
[2017/03/18]

Sicherung des Filmerbes: „Dringliche Herausforderung“

Siebtes kulturpolitisches Spitzengespräch zwischen Bund, Ländern und Kommunen

17. März 2017. – Auf Einladung der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, haben sich die Kulturministerinnen und -minister der Länder sowie Vertreter der Kommunen heute im Bundeskanzleramt zum inzwischen siebten kulturpolitischen Spitzengespräch in Berlin getroffen.

Zur Digitalisierung des Filmerbes führte die Staatsministerin aus: „Angesichts der gewaltigen Zahl an Filmtiteln und angesichts des archivarischen Aufwands ist klar, dass wir auch dies nur gemeinsam bewältigen können. Auch hier wünschen wir uns weiterhin die Unterstützung der Länder.“

Bereits seit 2012 fördert der Bund Digitalisierungsprojekte des Kinematheksverbunds. Monika Grütters hat in ihrem Haushalt die Mittel in diesem Jahr von ein auf zwei Millionen Euro erhöht. Die Filmförderungsanstalt (FFA) stellte 2016 und 2017 je zwei Millionen Euro bereit.


Zur Pressemitteilung der BKM
[2017/03/17]

Bundestag lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

218. Sitzung. – Enthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

16. Februar 2017. – Der Deutsche Bundestag lehnt den Antrag BT-Drucksache 18/8888 der Fraktion Die Linke ab, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, eine nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes zu gewährleisten. Gegen die Vorlage der Linken votierten die Fraktionen der CDU/CSU und SPD bei Stimmenthaltung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Alle Dokumente – mit Ausnahme der geheimen Diskussionen im Ausschuss für Kultur und Medien – sind auf der Website des Deutschen Bundestags abgelegt. Die Reden wurden zu Protokoll gegeben und finden sich im Plenarprotokoll 18/218.


Zu den Dokumenten des Deutschen Bundestags
[2017/02/19]

Das österreichische Film Preservation Center nimmt Gestalt an

Offenes Labor zur analogen Sicherung des Filmerbes, eine Stätte für Forscher und Kreative

14. Februar 2017. – Am Rande der Berlinale informierte der österreichische Kulturminister Thomas Drozda über den Stand des geplanten „Film Preservation Center“ (FPCA). Wie die Zeitschrift profil am 13. Februar in ihrer online-Ausgabe berichtete, soll ab Juli mit dem Neubau in Laxenburg begonnen werden. Bereits Anfang 2018 soll das Zentrum regulär arbeiten.

„Es geht um die analoge Sicherung unseres filmischen Erbes, um eine Art Kompetenzzentrum, in dem die gesamte Branche forschen und arbeiten wird. Ich sehe in diesem Zentrum auch ein Geschäftsmodell“, so Drozda im Gespräch mit profil: „Wir werden damit eine singuläre Stellung in Zentraleuropa einnehmen – wer Filme künftig analog kopieren und sichern will, wird in Österreich eine erstklassige Anlaufstelle haben.“
Vollständiger Beitrag
[2017/02/14]

Neue Filmreihe „DEFA-digital“

Erstes Programm am 6. Februar 2017

2. Februar 2017. – Seit 2012 hat die DEFA-Stiftung über 320 Lang- und Kurzfilme digitalisiert und als DCP an den Verleih übergeben. In einer neuen Filmreihe „DEFA-digital“ stellt sie nun besonders spannende Digitalisierungsprojekte vor. Melanie Hauth, Projektverantwortliche der DEFA-Stiftung, gibt Einblicke in die Restaurierung und erläutert technische Details und Besonderheiten.

Zum Auftakt der Reihe zeigt das Kino Arsenal am 6. Februar 2017 um 19.00 Uhr Das Beil von Wandsbek (DDR 1951) sowie um 21.15 Uhr Seilergasse 8 (DDR 1960) als DCP.


Weitere Infos
[2017/02/02]

Österreichs Filmerbe sichern

Studie über die Sicherung des filmischen Erbes in Österreich

31. Januar 2017. – Die bereits im März 2016 erstellte Studie empfiehlt die analoge Langzeitsicherung des filmischen Erbes sowie den Aufbau eines „Film Preservation Centers Austria“, das die analoge Bearbeitungskette unter einem Dach in Österreich ermöglichen soll. Dabei wird die analoge Filmsicherung auch als Standortvorteil etwa gegenüber Deutschland gesehen, wo das Bundesarchiv auf rein digitale Sicherung umstellt.

In einem ersten Schritt wurde der Maschinenpark des letzten analogen Kopierwerks in Österreich, der vor ein paar Monaten geschlossenen Synchrofilm, erworben.

Wie es auf der Website des Bundeskanzleramts heißt, werden in einem nächsten Schritt gemeinsam mit dem Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum „unter Beiziehung internationaler Expertinnen und Experten mögliche Varianten für ein Preservation Center in Österreich“ erarbeitet. Das „Film Preservation Center” soll bereits im Laufe des Jahres 2017 den Kopierbetrieb aufzunehmen.

Neben der Studie in einer Kurz- und Langform kann auf der Website des Bundeskanzleramts auch das vom Filmarchiv Austria und dem Österreichischen Filmmuseum erarbeitete Konzept „Vision und Mission für das österreichische Filmerbe“ vom 26. Januar 2016 abgerufen werden. Beide Einrichtungen sehen die Langzeitsicherung nur in digitaler Form „wegen ständiger Formatwechsel und zwangsläufiger Abweichungen vom … [more…]
Zur Webseite des Bundeskanzleramts Österreich, Kunst und Kultur
[2017/01/31]

Schwarzer Peter erneut den Ländern zugeschoben

Ausschuss für Kultur und Medien des Bundestags lehnt Antrag der LINKEN zur Sicherung des Filmerbes ab

28. Januar 2017. – Bei der 77. Sitzung des Ausschusses für Kultur und Medien am 25. Januar 2017 wurde der Antrag der Fraktion DIE LINKE „Nachhaltige Bewahrung, Sicherung und Zugänglichkeit des deutschen Filmerbes gewährleisten“ BT-Drucksache 18/8888 verhandelt. Der Antrag wurde mit den Stimmen der Koalition abgelehnt. Als Vertreter der Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM) verwies Abteilungsleiter Günter Wienands erneut darauf, dass nun die Länder in der Pflicht stünden. Die Sitzung war nicht öffentlich.

Mitte Februar 2017 wird der Antrag im Plenum des Deutschen Bundestags abschließend behandelt.



[2017/01/28]


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